Wehrden als Adelssitz

Wehrden als Adelssitz

Ereignis-Datum: 1. Januar 1079

Im 11. Jahrhundert übertrug Corvey den Ort als Lehen an das Adelsgeschlecht von Amelunxen. Das Lehensverhältnis mit der Familie von Amelunxen endete im Jahr 1695 mit der Übertragung des Lehens auf den Paderborner Fürstbischof Hermann Werner Freiherr von Wolf-Metternich zur Gracht. Ihm wurde damit die Grundherrschaft über das Gut und die dazugehörigen Ländereien in Wehrden übertragen. Er ließ von 1696 – 1699 die vorhandene baufällige Wasserburg zu dem heutigen Schloss umbauen.

 

 

Die herausragende Kostbarkeit der Innenausstattung des Schlosses ist das Ledertapetenzimmer,welches bis heute im Originalzustand erhalten ist.

Das Schloss befindet sich immer noch im Besitz der Nachkommen des Fürstbischofs.

 

 

 

Zugleich ließ der Fürstbischof auch die dem Gutshof benachbarte Kirche erbauen und gab ihr die heutige Gestalt.

So entstand das bedeutendste Ensemble Wehrdens, das abgerundet wird durch den in Richtung Weser sich erstreckenden Park mit dendrologischen Attaktionen.

 

Im Park erinnert der Droste-Turm an Annette von Droste-Hülshoff, die die Aussicht von ihm sehr schätzte. Da die damalige Schlossherrin ihre   „Tante Dorly“ -Dorothea von Wolff-Metternich geb. von Haxthausen, die Schwester ihrer Mutter- war, weilte die bedeutende Dichterin mehrfach in Wehrden. Diese Aufenthalte fanden ihren Niederschlag in dem Schaffen der großen deutschen Dichterin und machten Wehrden in der literarisch und kulturgeschichtlich interessierten Welt bis heute zu einem festen Begriff.

 

Auch in der politischen Geschichte hat das Schloss Wehrden seinen Platz. Die Familie von Wolff-Metternich hat tüchtige und angesehene Verwaltungsbeamte hervorgebracht, die ihren Wohnsitz im Schloss Wehrden hatten. So war Philipp Freiherr von Wolff-Metternich von 1803 – 1807 Landrat des preußischen Kreises Warburg, von 1808 bis 1815 im Königreich Westphalen Unterpräfekt des Distrikts Höxter und schließlich von 1816 bis 1845 erster Landrat des preußischen Landkreises Höxter. Sein Sohn Friedrich Freiherr von Wolff-Metternich folgte ihm im Amt und war Landrat von 1845 bis 1887.

Insbesondere zur Zeit des Alten Reiches bis in das 19. Jahrhundert hinein war die Adelsfamilie von Wolff-Metternich mit den Geschicken des Ortes eng verwoben. Der Schloss- und Gutsbetrieb war ein wichtiger Arbeitgeber im Ort.

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